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Rotkohl

Es lohnt sich, möglichst viel Rotkohl zu kochen und ihn einzufrieren. Nicht nur sind die größeren Kohlköpfe - bis auf wenige Ausnahmen - die besseren (kleiner werden sie nämlich meistens nur dadurch, daß der Händler wochenlang welke Blätter entfernt, und Sie schlimmstenfalls auf wenig mehr als dem Strunk sitzenbleiben). Wenn Sie unbedingt eine kleine Portion kochen wollen, dann kaufen Sie einen halben großen Kohlkopf.

Dieses Rezept ist bewußt ohne Zugabe von Industriezucker und Karamellisieren konzipiert (Zucker als Geschmacksverstärker in Keulenform). Wenn Sie den Rotkohl portionsweise anschmoren, dann bricht der natürlich in ihm enthaltene Zucker langsam aus. Und für noch mehr Süße gibt es Apfel-Birnenkraut, immerhin ein Zucker aus der Natur. Oder Stevia. Wer unbedingt Zucker will, kann ihn ja einfach trotzdem benutzen, auch in Form von Marmelade (mein Favorit: Himbeer). Ich möchte nur zeigen, daß es auch ohne geht.


Zutaten:
ein riesiger Rotkohl
eine halbe Flasche Rotwein
Apfel-Birnen-Kraut aus dem Glas (statt Industriezucker), nach Geschmack
gemahlene Nelken (ca. 1 knappen EL auf die Menge)
Zimt (ebenso) und Muskatnuß
(mindestens) 1 Becher Gänseschmalz mit Zwiebeln
ein paar Äpfel (5-7), geschält und ohne Kerngehäuse, mit durch die Küchenmaschine geraspelt
genauso wie die Äpfel auch ein paar Zwiebeln mit rein
etwas Brühe oder Fond
Saft von drei Orangen
Salz, schwarzer Pfeffer, Majoran (große Prise)

Oder nach Gusto: eine kleine Zwiebel mit Wacholderbeeren spicken, nach dem Kochen wieder entnehmen. In dieser lassen sich auch Lorbeerblätter und ganze Nelken unterbringen, wenn Sie kein Pulver verwenden.

Rotkohl halbieren, in sehr feine Scheiben hobeln (Küchenmaschine) und portionsweise im Gänseschmalz mit Zwiebeln und Äpfeln anschmoren. Jede Portion dann rüber in großen Topf, in den der Rotwein, das Apfel-Birnen-Kraut, der Saft der Orangen und die ganzen Gewürze kommen, Salzen Sie bitte zurückhaltend oder auch erst am Schluß. Rotkohl nun mit offenem Topf ein paar Stunden auf kleiner Flamme garen, ab und zu umrühren, eventuell noch Wein oder Brühe angießen. Dann abschmecken und essen, einfrieren oder bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank, denn am zweiten Tag schmeckt er immer am besten.

wikipedia.de:
Der Rotkohl (Brassica oleracea var. capitata f. rubra) ist eine Sorte des Kohls, die nach der Zubereitung zu Gemüse auch Rotkraut oder Blaukraut genannt wird. Der Rotkohl wächst zu einem runden Kohlkopf, bei dem die einzelnen Blätter eng aneinanderliegen. Die Blattfarbe ist ein dunkles Lila. Der Rotkohl ändert jedoch seine Farbe je nach pH-Wert des Bodens. In sauren Böden erscheint die Blattfarbe eher rot, in alkalischen Böden dagegen bläulich. So erklären sich auch die unterschiedlichen Bezeichnungen in verschiedenen Regionen. Ob es Blaukraut oder Rotkraut ist, entscheidet hauptsächlich die Zubereitung, je mehr Essig oder andere Säuren zum Beispiel durch Zugabe von Äpfeln beim Kochen dazugeben werden, umso roter ist das Gericht. Durch diese lokalen Zubereitungsformen erklären sich die unterschiedlichen Bezeichnungen Rotkohl oder Blaukraut. Diese Farbänderung rührt von den im Blaukraut enthaltenen Anthocyanen her, die als Säure-Base-Indikator wirken.