zurück


Das ist der Gipfel
Ich bin ein großer Sine Qua Non Fan und habe einige Wochen nach Erwerb des Weines gewartet, bis ich endlich wieder Nichtraucher geworden bin und den Inhalt entsprechend würdigen kann. Heute ist es endlich soweit. Schon direkt nach dem Öffnen - ich habe den Wein nicht dekantiert - springt der typische Duft von den Vorgängern Against the Wall (96) und Imposter McCoy (97) aus dem Glas. Mich erinnert er immer an Veilchenpastillen, eine Lakritzsorte aus der Apotheke. Es ist, als würde man seinen besten Freund nach einem Jahr wiedertreffen. Auch die Farbe ist das typische Sine Qua Non Syrah Violett. Jetzt bin ich gespannt, ob die 98 Parker-Punkte ihre Rechtfertigung haben. 15 min später: Ja! Das ist unglaublich, wie zum einen eine solche Konstanz, die das Wiedererkennen des Weines zum Kinderspiel macht, erreicht (das nennt man wohl terroir), und wie darüber hinaus die grandiosen Anlagen der Vorgänger zur harmonischen Perfektion geführt werden. Ich habe den Wein absichtlich nicht dekantiert (das mache ich mit meiner 2ten Flasche), dennoch sind die Tannine perfekt in die Struktur des Weines eingebunden. Ein perfekter Syrah, auf die Geschmacksettiketten verzichte ich jetzt, 98-100 Punkte auf meiner Skala. So, nach der Arithmetik wird jetzt genossen.

zur Artikelansicht...
 


29.06.2001 14:47:03 von Condado-Jens (jensmv@telda.net) aus Marburg
Weinprobe Marburg
Am 31.5.2001 war es endlich mal wieder soweit: unser privater Weinzirkel hatte sich zusammengefunden, um der Genußsucht genüge zu tun. Unser Gastgeber hatte "keinen Aufwand betrieben", um uns eigenhändig geräucherte und dann gebratene Schweinelende mit Ratatouille zu servieren, damit wir nicht nur Viktualien flüssigen Aggregatzustands zu uns nehmen mußten - aber das nur am Rande. Insgesamt sind wir an den Abend weniger wissenschaftlich, sondern gemütlich rangegangen, so dass ich mich bei der Beschreibung der Weine auf rudimentäre Aussagen beschränke und keine Aromendetails herausarbeite. Wir begannen mit einer - natürlich blinden, denn es geht ja bekanntlich nichts über die Empirie - Vergleichsprobe zweier Ch9dP´s aus dem Jahrgang 1998 (La Nerthe vs Mont-Redon) [...] Wir verließen Europa mit seinen tendenziell dünnflüssigen Kreszenzen - eine kleine Provokation am Rande ;-) - und wandten uns unserer (un)heimlichen Liebe "Neue Welt" zu: --> "E-raised" (1998), Sine Qua Non (Kalifornien) Dieses Weingut bringt eine konstant hohe Qualität hervor. Charakteristisch ist ein Duft, den ein Freund als "Veilchenpastillen aus der Apotheke" treffend beschreibt. Der überwiegend aus Syrah (mit etwas Mourvedre, glaube ich) vinifizierte rote Bolzen ergibt dunkle Beerenaromen, eingebunden in eine warme Holznote und endet auf Süßholz- und Karamelltönen. Punktemäßig waren wir uns nicht ganz einig, aber alle Meinungen bewegten sich bei 95 Punkten aufwärts. Auch wenn die SQN-Weine super sind, und die äußere Verpackung dem hochkarätigen Inhalt ebenbürtig ist, kann ich mir eine kleine Spitze nicht verkneifen: Die Krankls sind längst nicht mehr die Idealisten aus der Wellblech-Garage, die sie einmal waren. Die in diesem Ausmaß m.E. nicht gerechtfertigte Preisentwicklung der SQN´s zeigt eine gewisse Analogie zu Outfit und Styling des Winemaking-Dream-Teams. Wer die Fotos aus dem Apell-Portfolio mit denen neulich im Feinschmecker vergleicht, weiß was ich meine...

zur Artikelansicht...
 

zurück