Apell On Tour


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Barons of the Barossa

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Hallo vom nächsten modernen Stützpunkt der Föderation!

Wir sind mittlerweile schon „chez Gilligans“ im McLaren Vale, mit vollem WLan und in bester Gesellschaft, nämlich bei Freunden. Aber nochmals ein Blick zurück ins Barossa – denn auch dort haben wir einiges noch probiert und gesehen, wenn auch strictly offline ;-)

Zunächst einer unserer Lieblingstermine: Dutschke.

 

Bei Wayne ist es neben einem hochklassigen Tasting auch ein bißchen wie ein Ausflug auf den Abenteuerspielplatz, gemischt mit Exkursen in die Bereiche der Fortifieds. Das Anwesen wird immer hübscher, und Brendas guter Geschmack, der sich überall in den kleinen Details zeigt, schadet auch nichts.

Überall gibt es etwas zu entdecken. Einmal den Shed mit Tastingecke und Weinfasslager, dann den Extra-Shed für die Tawnies, die Soleras, die ganzen Fässer, auch die Bourbon/Whiskyfässer – zu erkennen an der unvermeidlichn Leckage (another angels´ share).

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Dann natürlich die Tiere, Hunde und Lamas, außerdem das alte Wasserreservoir, das die Dutschkes gekauft haben und demnächst zu einem Tasting Cellar umbauen könnten… Ideen gibt es hier genug, und superbe Weine sowieso!

Mit dem Glitz geht es los, dann probieren wir den ursprünglichen „Grundwein“, den Block 86 Chardonnay, und gehen dann die Phalanx der Roten an. Der 80  Block  Merlot gefällt uns wieder ausnehmend gut (13 und 14). Auch der God´s Hill Road überzeugt auf ganzer Linie, ebenso der St. Jakobi. Es ist nichts dabei, was uns nicht gefiele.  Auch die neue, etwas veränderte Ausstattung passt, sie kommt dann mit den neuen Jahrgängen früher oder später in Deutschland an.

 

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Wir schnacken noch eine ganze Weile über die Entwicklung des australischen Weines, über Stilfragen, Natural Wines, Orange Wines, Pet Nats, Kupfer und Screwcaps, Korken…und natürlich fragen wir nach gemeinsamen Bekannten. Dann überlegen wir noch, ob Wayne wieder nach München kommt zur Forum Vini…mittlerweile haben wir uns ordentlich festgequatscht, und dann kommen schon die Kinder mit dem eingewickelten Geburtstagsgeschenk für einen Freund, zu dessen Party es jetzt geht. Wir sind zwar eingeladen, lehnen aber dankend ab und erwägen noch kurz die Trivia Night im Tanunda Clubhouse aufzumischen, verschieben den sicheren Sieg (haha, kleiner Scherz) dann aber auf das nächste Mal und gehen früh zu Bett.

Vorher noch ein Scorcher Ale und ein handgemachter Burger mit Rote Beete, Ananas und Ei im Tanunda Hotel Barroom.
Bis zum nächsten Morgen, dann bei den Kalleskes!

Cheers,

Jeanine & Christina

 

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Moss Wood: eine Klasse für sich

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Um zwei Uhr hieß es: Wo finden wir Cathy von Moss Wood. Wir hatten es pünktlich auf den Weingutsparkplatz geschafft, aber wo ist die Verwaltung, ein Büro? Wir haben ja schon so einige Weingutsauftritte erlebt, von Einfamilienhaus mit Garagenwinery bis hin zum großen Anwesen, aber bei Moss Wood war alles mal wieder überraschend anders.

Inszeniert ist es hier überhaupt nicht, aber es geht hier ja um Wein. Das Firmenschild an der Einfahrt macht am dem Weingutsnamen alle Ehre: etwas verwittert und unscheinbar. Wir sind erst vorbei gefahren und waren etwas unsicher, ob wir richtig sind.

Doch wir waren richtig, nämlich endlich mal wieder auf einem Weingut ohne repräsentative Gebäude. Zwei größere Gebäude für die Produktion (Edelstahltanks, Barriques, Faßlager etc.), ein kleines für die Verwaltung (etwas versteckt) und keine Cellar Door. Hier ist alles auf das Wesentliche reduziert, unkompliziert, authentisch und im Mittelpunkt steht der Wein.

Busladungen braucht man hier nicht, die „Members“ kommen angemeldet vorbei, aber rausgeworfen wird hier auch keiner – man kann notfalls auch ganz unkompliziert Clubmitglied werden. Auf das Mitnehmen der zahlreichen Touristen hat man hier aber auch keine Lust, es ist ein kleiner Betrieb, und es ist viel zu tun trotz der relativ übersichtlichen 11,7 Hektar am Weingut plus 3,6 in der Ribbonvale-Lage etwas weiter die Straße runter.

Dennoch beherrscht man alle Verkaufstricks, ich sage nur entzückender, sich räkelnder Bürokater namens Ricky auf dem Schreibtisch, so fing es an :-). Da bekommt Dutschkes Lama Booboo Konkurrenz.

Wir haben Cathy natürlich gefunden und los ging’s mit dem Blick hinter die Kulissen und einem u2016-04-22-14-23-52mfangreichen tasting. Der assistant winemaker war noch da, und so kamen nicht nur die bereits gefüllten Jahrgänge ins Glas, sondern auch weiße und rote Faßproben.

Das Weingut gibt es seit 1973, es ist aber alles andere als vermoost. Es entpuppte sich als sleeping beauty in der illusteren Nachbarschaft von Vasse Felix und Cullen.

Apropos sleeping…es ist im Nu schon wieder vier Uhr, hier klappen viele schon die Bürgersteige hoch, ein langes Wochenende mit ANZAC Day am Montag steht an, und wir haben Hunger.

Wir fahren auf den Tipp von Cathy nach Dunsborough hinein, und sie hatte recht, das Occy´s – eine Brauerei – ist genau der richtige Platz, um (für mich) mit einem alkoholfreien Ginger Beer und (für Jeanine) mit einem Buck Shot IPA das frühe Dinner einzuläuten.
Asian Beef Salad mit Cilantro, Angus Beef und Ingwervinaigrette ist unsere Wahl.
Dann zurück nach Busselton, endlich raus aus dem Auto. Wir setzen noch schnell einen Brotteig an, damit wir morgen früh ein „akzeptables“ Sandwich für die Fahrt nach Denmark haben.2016-04-22-16-34-23

Mittlerweile haben wir die Bilder durchgesehen, alles hochgeladen und noch einige Postkarten geschrieben, das Brot ist im Ofen, und wir verabschieden uns fürs Erste.
Das Meer rauscht laut, das Bett ruft.
Morgen früh um 7 geht es gen Denmark, es liegen ca. 4 Std. Fahrt vor uns.

Cheers and good night,
Christina & Jeanine

 

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Jenseits von Australien…

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by on in Apell On Tour

Leewin Estate liegt etwas südlich von Margaret River versteckt in die Landschaft drapiert. Unsere Erwartungen waren groß, denn es ging zu einem Estate und nicht zu einer schnöden winery ;-)  Die Weine sind für uns keine Unbekannten und der Ruf, den die Leeuwin Art Series weltweit genießt, eilte dem Tasting voraus. Die gewundene Auffart zum Anwesen mutet an, als ob wir (wenn es nicht in England läge) gen Blenheim Palace durch den Park führen, nur bleibt Gott sei Dank das bombastische Bauwerk aus. Stattdessen fügt sich eine Art Lodge harmonisch in die zwischen Dunkelgrün und Grau changierende Landschaft ein, die an „Out of Africa“ erinnert, nur mit Restaurant auf den Terrassen und mit einer Open Air Bühne im „Vorgarten“ als einzige Extravaganzen. Na gut, es gibt noch eine zweite im Keller, aber dazu später.

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Unser Plan heute: Weißwein, Rotwein und Kunst. Daraus wurde dann allerdings Weißwein, dann Kunst, Rundgang durch die Winery inklusive Faßlager und ganz zum Schluss erst die Rotweine.

Kunst spielt bei Leeuwin Estate eine große Rolle. Gerne fällt der Vergleich „Mouton Rothschild“, denn auch Leeuwin arbeitet für die Gestaltung der Etiketten seit Jahrzehnten mit Künstlern zusammen. Eine umfangreiche Sammlung der Originale befindet sich in einer eigens dafür angelegten Galerie im Keller, die bereits erwähnte weitere Überraschung.
Leeuwin Art Gallery
Leeuwin Estate Art

Die Weine sind jeder für sich klassisch und über jegliche Kritik, abgesehen von Geschmacks- oder Stilpräferenzen, erhaben. Für deutsche Verhältnisse sind die Preise allerdings happig, aber das ist hier bei allen so, und Leeuwin hat noch den Namen dazu. Dennoch ist es irgendwie komisch, daß es hier weit und breit keinen Wein, nicht mal einen Weißen, unter 20 Dollar gibt. Einige Cellar Doors offerieren extra ein Sparpaket mit extra Zweitweinen für die Besucher, diese fangen dann bei 17.95 an. Ein Weingut gab es wohl, daß Weine für 5 Dollar anbot, wie uns der entsetzte Mitarbeiter von Happs verriet, aber das war wohl nur eine kurze Marketing-Eskapade. Egal, der weiße Flight ist schon beeindruckend, selbst der Riesling (selbstverständlich aus der Art Series) schmeckt tadellos, sogar für unsere verwöhnten deutschen Gaumen. Er ist einfach klar und frisch. Paul Atwood, der Chefwinzer, verrät uns später, daß dieser Wein der meistverkaufte an der Cellar Door ist. Bei uns wären 22.50 $ aber Erste Lage / fast schon GG Liga, und das für einen Wein, den man in den ersten zwei Jahren fröhlich wegtrinken soll und auch kann.


Zum Essen können wir uns den Wein auch lebhaft vorstellen – und so geht es wohl vielen, weshalb Leeuwin hier tätig geworden ist:
Leeuwin bietet im Restaurant einen Flight von kleinen Köstlichkeiten wie freshly chucked Oysters, Kingfish, Abalone und chacuterie, die jeweils mit einer Probe eines der edlen Tropfen des Hauses gepaart werden. Der ganze Flight ist mit 39 $ für dieses Gegend ein echtes Schnäppchen. Da auch unsere Mägen einen Happen hätten vertragen können, waren wir natürlich interessiert, aber dazu kam es leider nicht, denn ein Abstecher in Richtung Küste stand noch auf dem Plan.
Der Art Series Chardonnay und der Art Series Cabernet sind wie zu erwarten die Highlights des Tastings (neben einem zum Teil fassfermentierten Sauvignon Blanc für 65 $, der ausschließlich an der Cellar Door erhältlich ist und der einfach ein Gaumenchmaus ist mit viel Vanille; ohne breit zu werden, erinnert er an einen jungen Pessac-Léognan aus einem großen Jahr).
Beide repräsentieren den klassischen Leeuwin-Stil, d.h. sie bleiben bei aller Vollmundigkeit und Frucht immer einen Schritt auf der zurückgenommenen Seite und folgen damit dem Handbuch der Eleganz. Hierbei verleugnen sie ihr Australischsein nicht, kommen aber speziell beim Cabernet definitiv in Richtung Premier Cru Bordeaux. Dafür sind dann $67 nicht zu viel, besonders in England haben sie eine solide Fanbase, die schonmal ein Drittel der Produktion wegtrinkt. Der Chardonnay ist mit 93$ ab Weingut schon etwas hochpreisiger, selbst für hiesige Verhältnisse, aber er ist einer der Lieblinge der Australier, auf den sie sehr stolz sind, und das mit Recht. Auch in der gehobenen Gastronomie sieht man ihn quer durch Europa.
Dieser Termin bei einem der Stars der Region war schon ein besonderer, vergleichbar dann nur noch mit Moss Wood und Cullen, die wir morgen sehen werden.2016-04-21-16-53-42


So, wir machten uns nun auf nach Gnarabup, um dort kurz nach Toreschluss am White Elephant Café zwar den späten Lunch zu verpassen, aber dafür einen tollen beginnenden Sonnenuntergang zu genießen. Hier wird schlagartig klar, wieso die Gegend als „Surfer´s Paradise“ gilt.
Von der Seeluft noch hungriger geworden, stärken wir uns zurück in Busselton mit einem Marokkanischen Salat und zwei kleinen Baos in der Firestation Bar, probieren zuhause noch kurz die Flights von gestern und den Tagen davor durch, sortieren die Weine aus, die mittlerweile „durch“ sind, fragen noch bei ein paar „jungen“ Winzern kurz per mail , die uns hier aufgefallen waren, nach, ob wir sie treffen können und fallen danach wie erschossen um halb zehn ins Bett.

Heute morgen haben wir von allen schon eine Antwort, und unterm Strich heißt das, daß wir morgen früh um 7 losfahren nach Denmark, um Andrew von La Violetta zu treffen, deren Weine es uns hier zienlich angetan haben. Jedesmal, wenn wir einen bestellt haben, war er gut. Ich muß gestehen, daß mich zunächst das Etikett vom „Yéh-Yéh“ bewog, den Wein zu probieren, also die pure Eitelkeit, denn Christinas Partnerin nennt mich schon ewig Jeh-Jeh und ich fühlte mich quasi direkt angesprochen…

Aber mehr dazu morgen, denn jetzt müssen wir zu Moss Wood, dem nächsten großen Namen – wir sind gespannt.
Sollte es dort W-Lan geben, werden wir wieder direkt auf Instagram von uns sehen lassen.

Cheers,
Jeanine & Christina

PS: Als wir ankamen in unserem Appartement, zog morgens ganz gemütlich eine Schule richtig großer Delphine vorbei. Wir waren so hin und weg, daß wir kein Photo gemacht haben. Wir haben nur wie gebannt den auf- und abtauchenden Rücken nachgeschaut und dämlich gegrinst.

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