Apell On Tour


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To Denmark!

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Heute war ein toller Tag. Wir sind fast 5 Stunden über gewundene Straßen durch verwunschene Wälder mit gigantisch hohen Bäumen gefahren, bis wir in Denmark (Region Great Southern) ankamen. Und Great ist nicht übertrieben. Hätten wir besser eine Übernachtung eingeplant…wir mußten gegen vier leider wieder zurück. Aber es hat sich gelohnt, allein für diese Weine.

 

 


Der Grund unserer Fahrt waren die Weine von Andrew Hoadley. Unter dem Lebel „La Violetta“ macht er seine eigenen Weine, so weit ist das noch nichts Besonderes. Aber die Weine haben uns schlichtweg fasziniert. Und zwar immer mehr, je länger wir hier waren, d.h. je öfter wir auf den Weinkarten den Namen sahen und dachten: o ja, den kenn ich noch nicht, ist aber bestimmt gut.“ Dieses Vertrauen wurde stärker, je öfter wir mit anderen Namen falsch lagen.
Je mehr wir über die Gegend lernten, je mehr wir verkosteten, umso mehr schienen uns die La Violetta Weine zusammen mit einigen anderen (Walsh & Sons, Dormilona, Brave New Wines, Larry Cherubino) die wahren Stars zu sein. Man mag die La Violetta Sachen gern trinken, sie sind aus einem Guss, nicht „drüber“, nicht „gemacht“, aber sie haben einen Stilwillen, der von Fleiß, Genauigkeit und Kreativität spricht, dabei ohne jede Affektiertheit. Sie sind schon hochintelligent nicht-gemacht, denn: je weniger „Intervention“, Schönung und Filtration, desto mehr Sorgfalt und Qualität des Lesegutes sind vonnöten.

Dabei verdanken sie im Falle von La Violetta ihre Existenz auch der Persönlichkeit des Winzers ( ja, so ist das immer wieder). Seine Sorgfalt und Integrität werden nur noch von jeder Menge Schalk übertroffen und werden mit seiner Zugänglichkeit zu einem liebenswerten Ganzen. Menschen wie ihm geben die Traubenanbauer hier ihre bestenTrauben. Warum? Er hats drauf und ist dabei noch sympatisch. Zunächst zurückhaltend, taut er immer mehr auf und denkt einfach laut, wenn er was zu seinen Weinen sagt. Er verkauft nicht, er läßt einen teilhaben an dem Weg, der zu genau diesem Wein führte. Glaubhaft bescheiden, ohne sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Auf Aussenwirkung verschwendet der Mann null Prozent seiner beachtlichen Kapazitäten, was das Ganze wiederum so entspannt macht. Und nett.2016-04-23-10-07-462016-04-23-12-15-17

Die Namen sind natürlich auch so eine Sache. Alles, was nach forciertem Marketig riecht, schreckt uns eigentlich ab. Witzig, wie sich das bei entsprechender Qualität umkehrt!

Sogar der Orange Wine, der den Namen „ü“ trägt…ist der erste, der uns hier richtig gut schmeckt. Auf Gewürztraminerschalen fermentiert, 7 Monate auf den Hefen, cofermentierter Riesling mit Gewürztraminer, (whole bunch pressed straight into old oak, settled over night without chilling, then was racked into 4th use Vosges barrels, retaining some juice solids) – tolle Aprikose, Cantaloupe, Rosenblätter, Zitrusfrüchte. Am Gaumen verhält er sich fast wie ein Süßwein (hat aber keinen Zucker), sehr weich, später zum Weichkäse der schon antizipierte Genuss. Ganz kurz denken wir an Ronny´s trockenen Gewürz aus Sachsen und an die WeinKulturBar in Dresden, an die wir beim „Sakrileg“ schon dachten – und senden mal eben Grüße an die Nitzsches.

Das Sakrileg ist übrigens wild im Fass fermentiert, unfiltered und unfined und toller Stoff, der andere Weiße, der Yéh-Yéh Blanc hat ein florales Bouquet durch den Gewürztraminer, besteht aber daneben noch aus ordentlich frischem Riesling, Viognier und Vermentino. Trinkt sich toll und ist kein bißchen breit. Alle Weine von Andrew sind irgendwie fein und geradlinig, dabei unangestrengt und gut zu trinken. La Ciorna und Sfogliato, tolle Rote – ach, so kann Mount Barker schmecken? Wir dachten an Rhône & Roll. Beste Trauben, aber ohne chichi oder eben yéh-yéh. Chapeau!

Gern würden wir bleiben und mit ihm und seiner Frau noch einen trinken. Aber wir müssen los. Kurz noch zum Export nach Deutschland. Von Anfang an deutete er an, daß er nicht genug hat, um zu exportieren.2016-04-23-12-15-07
Aber ein paar Flaschen vielleicht. Ja.
Das passt, wir sind ja bescheiden, und in Deutschland sind diese Weine unbekannt und im Preissegment oberhalb von „das kauf ich mal mit“ angesiedelt. Im Gegensatz zu Australien, wo er nur „gib mir mehr“ zu hören bekommt, werden wir eventuell diese Weine über einige Zeit verkaufen.

Hauptsache, wir bleiben in Kontakt und wir können zumindest einigen Schatzsuchern ein wenig „Yéh-Yéh“ mitbringen. Und seine Frau Hannah, die wir auch noch kurz kennenlernen dürfen, ist gebürtige Bonnerin, womit wir einen klitzekleinen Trumph im Ärmel haben, denn in der alten Heimat darf es den Wein schon geben. Wir hoffen, sie kommen demnächst mal zusammen nach Deutschland, dann würden wir uns gern mit einer Einladung revanchieren.

Cheers!

Jeanine & Christina

 

 

 

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Moss Wood: eine Klasse für sich

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Um zwei Uhr hieß es: Wo finden wir Cathy von Moss Wood. Wir hatten es pünktlich auf den Weingutsparkplatz geschafft, aber wo ist die Verwaltung, ein Büro? Wir haben ja schon so einige Weingutsauftritte erlebt, von Einfamilienhaus mit Garagenwinery bis hin zum großen Anwesen, aber bei Moss Wood war alles mal wieder überraschend anders.

Inszeniert ist es hier überhaupt nicht, aber es geht hier ja um Wein. Das Firmenschild an der Einfahrt macht am dem Weingutsnamen alle Ehre: etwas verwittert und unscheinbar. Wir sind erst vorbei gefahren und waren etwas unsicher, ob wir richtig sind.

Doch wir waren richtig, nämlich endlich mal wieder auf einem Weingut ohne repräsentative Gebäude. Zwei größere Gebäude für die Produktion (Edelstahltanks, Barriques, Faßlager etc.), ein kleines für die Verwaltung (etwas versteckt) und keine Cellar Door. Hier ist alles auf das Wesentliche reduziert, unkompliziert, authentisch und im Mittelpunkt steht der Wein.

Busladungen braucht man hier nicht, die „Members“ kommen angemeldet vorbei, aber rausgeworfen wird hier auch keiner – man kann notfalls auch ganz unkompliziert Clubmitglied werden. Auf das Mitnehmen der zahlreichen Touristen hat man hier aber auch keine Lust, es ist ein kleiner Betrieb, und es ist viel zu tun trotz der relativ übersichtlichen 11,7 Hektar am Weingut plus 3,6 in der Ribbonvale-Lage etwas weiter die Straße runter.

Dennoch beherrscht man alle Verkaufstricks, ich sage nur entzückender, sich räkelnder Bürokater namens Ricky auf dem Schreibtisch, so fing es an :-). Da bekommt Dutschkes Lama Booboo Konkurrenz.

Wir haben Cathy natürlich gefunden und los ging’s mit dem Blick hinter die Kulissen und einem u2016-04-22-14-23-52mfangreichen tasting. Der assistant winemaker war noch da, und so kamen nicht nur die bereits gefüllten Jahrgänge ins Glas, sondern auch weiße und rote Faßproben.

Das Weingut gibt es seit 1973, es ist aber alles andere als vermoost. Es entpuppte sich als sleeping beauty in der illusteren Nachbarschaft von Vasse Felix und Cullen.

Apropos sleeping…es ist im Nu schon wieder vier Uhr, hier klappen viele schon die Bürgersteige hoch, ein langes Wochenende mit ANZAC Day am Montag steht an, und wir haben Hunger.

Wir fahren auf den Tipp von Cathy nach Dunsborough hinein, und sie hatte recht, das Occy´s – eine Brauerei – ist genau der richtige Platz, um (für mich) mit einem alkoholfreien Ginger Beer und (für Jeanine) mit einem Buck Shot IPA das frühe Dinner einzuläuten.
Asian Beef Salad mit Cilantro, Angus Beef und Ingwervinaigrette ist unsere Wahl.
Dann zurück nach Busselton, endlich raus aus dem Auto. Wir setzen noch schnell einen Brotteig an, damit wir morgen früh ein „akzeptables“ Sandwich für die Fahrt nach Denmark haben.2016-04-22-16-34-23

Mittlerweile haben wir die Bilder durchgesehen, alles hochgeladen und noch einige Postkarten geschrieben, das Brot ist im Ofen, und wir verabschieden uns fürs Erste.
Das Meer rauscht laut, das Bett ruft.
Morgen früh um 7 geht es gen Denmark, es liegen ca. 4 Std. Fahrt vor uns.

Cheers and good night,
Christina & Jeanine

 

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